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Erfolgreiche Rekonfigurierung erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit
spürbar. Dies ist insbesondere dann von großer Wichtigkeit, wenn ein
langer reparaturloser Betrieb gewünscht wird, wie zum Beispiel in der
(unbemannten) Raumfahrt.
Rekonfigurierung kann an allen Schichtengrenzen von Hard- und Software
eingesetzt werden. Dabei reichen die Arten der möglichen
auszugrenzenden Komponenten von Speicherbereichen,
Kommunikationsverbindungen, Prozessoren und ganzen Rechnern bis zu
Dateien und Anwendungsprozessen. Als Ausgrenzungsbereich wird nun eine
Menge von Komponenten bezeichnet, die als Ganzes ein- und
ausgegliedert wird. Dabei ist folgendes zu bedenken:
- Gleichartige oder ähnliche Ausgrenzungsbereiche sollten disjunkt
sein.
- Es ist meist effizienter, die Ausgrenzungsbereiche gleichartig zu
wählen, damit zum Beispiel bei einer Anzahl von Rechnern ein
Ersatzrechner jeden fehlerhaften Rechner ersetzen kann. Auf diese
Weise bilden alle Rechner gegenseitige Redundanz.
- Einerseits sollten Ausgrenzungsbereiche möglichst klein gehalten
werden, um den Verlust bei einer Ausgliederung klein zu halten;
andererseits vereinfachen große Ausgrenzungsbereiche die
Rekonfigurierung, da weniger Schnittstellen verändert werden müssen
und so der Aufwand sinkt.
- Nach einer Rekonfigurierung müssen die Ausgrenzungsbereiche
eventuell neu festgelegt werden.
- Speicherbereiche: Das Betriebssystem stellt fehlerhafte
Speicherbereiche fest und verhindert deren Benutzung durch Änderungen
der Einträge in den Seitentabellen bzw. bei Plattenspeicher im
Geräteleitblock.
- Peripherieankopplungen: Wenn auf ein Peripheriegerät nicht mehr
zugegriffen werden kann, kann durch Rekonfigurierung versucht werden,
auf einem anderen Weg auf das Gerät zuzugreifen. Diese Möglichkeit
steht natürlich nur dann offen, wenn es mehrere physikalische
Verbindungen vom Rechner zum Peripheriegerät gibt.
- Verbindungen zwischen Rechnern: Wenn ein Nachrichtenweg zwischen
zwei Rechnern ausfällt, kann, um weitere Fehler zu verhindern, durch
Änderung der Wegleit-Tabellen in allen beteiligten Rechnern ein neuer
Kommunikationsweg definiert werden:
Hier können also zum Beispiel die Rechner R1 und
R2 bei einem Ausfall ihrer direkten physikalischen
Verbindung über
R6-R5-R4-R3 kommunizieren.
- Rechner: In großen Netzwerken können einfach ganze Rechner, also
Hardware und lokales Betriebssystem, ausgegliedert werden. Wenn auf
einem anderen Rechner bereits ein Ersatzprozess angelegt ist, kann
dieser die Aufgaben des abgeschalteten Rechners direkt übernehmen;
andernfalls muss er in der Lage sein, die Daten von einem fehlerfrei
gebliebenen Ort nachzuladen.
- Rechenprozesse: Da die Rechenprozesse eines Rechners mit seiner
Ausgliederung verloren gehen, ist es von Vorteil, wenn gleiche
Prozesse in anderen Ausgrenzungsbereichen existieren. Zukünftige
Aufträge wenden sich dann an das neue Prozessexemplar.
Wir sehen also, dass sich Rekonfigurierung auf praktisch allen Ebenen
eines Rechensystems einsetzen läßt.
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