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Rekonfigurierung.

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4. Umsetzung

4.1 Verhalten des Systems während der Verlagerung

Um nun konkret die Verlagerung umzusetzen, muss das System in einen Ausnahmezustand gebracht werden, da sonst Folgefehler drohen. Dabei gibt es folgende Alternativen:
  • Das komplette System wird angehalten, um dann im Ruhezustand die Verlagerungsentscheidung zu treffen und die notwendigen Verlagerungen durchzuführen. Danach wird das System wieder auf Normalbetrieb umgestellt.
  • Besser ist es, wenn während der Verlagerungsentscheidung zumindest die noch funktionsfähigen Teile des Systems weiterarbeiten können und erst zur eigentlichen Verlagerung das ganze System angehalten wird.
  • Sollen die Ausfallzeiten möglichst kurz gehalten werden, kann das System auch nur lokal, also nur die direkt betroffenen Systemteile, angehalten werden. Dies ist jedoch insofern problematisch, als in dieser Zeit leicht neue Fehler entstehen können, z.B. durch verloren gegangene Nachrichten.

4.2 Fehler im Rekonfigurator

Soll ein System sehr zuverlässig arbeiten, muss eine weitere Problematik bedacht werden: Der Rekonfigurator selbst kann fehlerhaft sein und schlimmstenfalls zerstörende Verlagerungen vornehmen, deshalb muss bei hohen Ansprüchen auch er fehlertolerant sein.

Dabei gibt es folgende Ansätze:

  • Begrenzte Rekonfigurierung: Der Rekonfigurator darf immer nur so viele Komponenten verlagern wie Fehlermeldungen vorliegen. Reicht dies nicht aus, so können weitere Verlagerungen erst nach neue Fehlermeldungen vorgenommen werden.
  • Vorbehaltliche Rekonfigurierung: Der Rekonfigurator darf Komponenten nur ein-, nicht jedoch ausgliedern. Erst wenn das System eine Zeit lang fehlerfrei läuft, nimmt ein Zweitrekonfigurator Ausgliederungen vor; dabei kann er sich nur zwischen den Vorschlägen des ersten Rekonfigurators und der ursprünglichen Konfiguration entscheiden.
  • Unselbständige Rekonfigurierung: Der Programmierer oder Bediener selbst greift ein und bestätigt die Vorschläge des Rekonfigurators.
Unter anderem existieren folgende Alternativen bei der Implementierung eines fehlertoleranten Rekonfigurators:
  • Begrenzte Rekonfigurierung mit Test-Instanz: Die einzelnen Komponenten befolgen Anweisungen des Rekonfigurators nur dann, wenn auch eine von der Test-Instanz signierte Fehlermeldung vorliegt.
  • n-von-m-Rekonfigurator: Die Verlagerung wird nur dann durchgeführt, wenn bei m vorhandenen Rekonfiguratoren mindestens n von ihnen die selbe Entscheidung treffen. Problematisch kann es hier werden, wenn die Algorithmen zur Entscheidungsfindung indeterministisch sind oder die Fehlermeldungen in verschiedenen Reihenfolgen bei den einzelnen Instanzen eintreffen.
  • Rekonfigurierbarer Rekonfigurator: Im Fehlerfall wird zunächst wie gewohnt von einem Primärrekonfigurator rekonfiguriert; bei erneuten Fehlern greifen Sekundärrekonfiguratoren ein, die entweder den Primären zurücksetzen oder, wenn mehrfach nach Verlagerungen wieder Fehler auftauchen, selbst Verlagerungsentscheidungen treffen.
  • Verteilter Rekonfigurator: Hier besteht der Rekonfigurator aus mehreren Modulen, die lokal autonome Entscheidungen treffen. Dabei wird über geeignete Protokolle sichergestellt, dass auch bei einzelnen Fehlentscheidungen eine global korrekte Verlagerung vorgenommen wird.
In der Praxis werden diese Ansätze auch häufig miteinander kombiniert.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in ein System, das wirklich auf lange Sicht hin ausfallfrei arbeiten soll, viel Entwicklungsaufwand und Geld gesteckt werden muss.

Literatur

  
Grundkurs Theoretische Informatik: Mit Aufgaben und Prüfungsfragen
von Boris Hollas
Siehe auch:
Theoretische Informatik - kurz gefasst
Theoretische Informatik
Theoretische Grundlagen der Informatik: mit...
Einführung in die Automatentheorie, Formale...
Theoretische Informatik: Eine umfassende Einführung
Theoretische Informatik: Grundlagen mit Übungsa...
 
   
 
     
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